ROMA THÜHRINGEN – persönliche Information: Stop deportation – Alle Roma bleiben hier!

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Ich, Shani Haliti,

war schon im Kosovo und in Serbien Aktivist in Rroma-Organisationen. Jetzt bin ich seit 2 Jahren Aktivist bei Roma Thüringen. Ich trete dafür ein, dass Rroma und Rromnja sich gegenseitig unterstützen und einen gemeinsamen Kampf für ihre Rechte führen.

Ich kämpfe gemeinsam mit Anderen gegen die Diskriminierung von Rroma und Rromnja nicht nur in unseren Herkunftsländern, sondern auch in Deutschland und den anderen EU-Staaten. Überall werden wir schlechter angesehen als andere Menschen, nur weil wir Rromnja und Rroma sind. Auch in Deutschland erfahren wir eine schlechtere Behandlung durch Behörden und Polizei. Ich kenne z.B. eine schwangere Rromnja in einem Berliner Lager, die ist von einem Security Mann geschlagen worden, nur weil sie außerhalb der Duschzeiten duschen wollte.

Als Aktivist von Roma Thüringen habe ich auf Demonstrationen und Kundgebungen in ganz Thüringen immer wieder gegen die Politik der Abschiebung in Deutschland gesprochen und auf die Situation von Rroma und Rromnja in Deutschland und Serbien aufmerksam gemacht. Auch gegen rechte Strömungen in der deutschen Gesellschaft, wie die AFD und ihr Umfeld, habe ich in Erfurt demonstriert und auf deren Gefahr hingewiesen.

In Deutschland muss ich aber auch einen ständigen Kampf gegen die Bedrohung durch Abschiebung führen. Seit fast einem Jahr bekomme ich Briefe, dass meine beiden Kinder und ich Deutschland verlassen müssen. Das heißt auch immer die Androhung der Abschiebung von mir und meinen beiden Kindern durch die deutsche Polizei. Für uns bedeutet das nichts Anderes als einen Angriff auf unser Leben. Wir leben in ständiger Angst vor der Polizei. Dass es keine Ankündigung von Abschiebungen gibt, macht uns großen Stress. Wir können nirgends sicher sein – nicht auf der Straße, nicht in der Schule und nicht zu Hause in unserer Wohnung. Seit März 2015 kann ich nachts nicht mehr schlafen. Ich habe immer am Fenster gestanden und gewartet, ob die Polizei kommt. Außerdem habe ich auch einen Brief von der Ausländerbehörde bekommen, dass ich abgeschoben werde. Auch viele andere Rroma-Familien leben jeden Tag und jede Nacht in dieser Angst. Mitte November begannen dann die massenhaften Abschiebungen von Rromnja und Rroma aus Thüringen nach Mazedonien, Serbien, Albanien und in den Kosovo. Das tut mir sehr leid für die Menschen und ich bin sehr traurig darüber. Viele Familien, die ich kenne, sind bereits abgeschoben worden. Andere haben aus Angst vor der Polizei die sogenannte „Freiwillige Ausreise“ unterschrieben. Die Ausländerbehörde und die Briefe sagen „freiwillig“ dazu, wenn wir gehen sollen, aber für uns ist es nicht freiwillig. Wir werden von der Ausländerbehörde bedroht, dass die Polizei uns verschleppt.

Ich selbst habe mit der Hilfe von Freundinnen und Freunden versucht, einen Härtefallantrag zu stellen. Die Einreichung des Härtefallantrages wurde aber vom Ministerium für Migration nicht akzeptiert, weil bereits ein konkreter Abschiebetermin für mich und meine beiden Kinder festgelegt worden war.

Im Moment kämpfe ich weiter dafür, dass ich einen Härtefallantrag stellen kann und wir in Deutschland bleiben können. Ob das gelingt, ist bisher noch nicht klar.

Meine beiden Kinder und ich sowie unsere Freundinnen und Freunde werden aber in jedem Fall weiter dafür kämpfen, dass wir hier in Deutschland bleiben können. Meine Kinder wollen hier zur Schule gehen und ich möchte die deutsche Sprache besser lernen und eine Arbeit finden.

Ich werde außerdem weiterhin für das Bleiberecht aller nach Deutschland Geflüchteter eintreten und mit anderen Rromnja und Rroma für unsere Rechte kämpfen.

Ich fordere die deutsche Bundesregierung und die Landesregierungen auf, uns Rromnja und Rroma in Ruhe zu lassen. Alle Abgeschobenen müssen zurück nach Deutschland kommen können.

Inshallah.

Für einen sofortigen allgemeinen Abschiebestopp!

Shani Haliti

Menschen, die zusammen mit Shani kämpfen:
Wir fordern alle Menschen auf, diese Forderungen weiter zu verbreiten und sie zu unterstützen. Jede Abschiebung muss als das gesehen werden, was sie ist – ein Verbrechen! Lasst uns gemeinsam gegen jede Abschiebung und für ein Leben ohne Angst kämpfen.

Pressekontakt zu Shani Haliti über: 0176/39647472
Falls möglich serbische Übersetzung organisieren. Wenn dies nicht machbar ist, wird dies koordiniert.