Archiv für Juni 2016

Invitation: Break Deportation Network Meeting 25.06.2016 at 3 pm Erfurt

english version: Sharing Is Caring, In Solidarity We Remain Connected

Invitation to Break Deportation Network Meeting at the 25.06.2016 at 3 pm; Gotthardtstraße 21, 4. Floor, 99084 Erfurt

Join the Campaign on Refugee Self-organisation in Thueringen continues

What is it?
- open meetings once a month in different cities in thuringia
- especially for refugees to come together and talk about theirproblems internally and also to – – publish them (for example in a campaign)

Topics:
- situation of refugees in different cities and camps (Lager);
- general political situation
- self organisation of refugee communities
-concrete solidary campaigns against the whole deportation system like the presentation of Balkan refugees fighting against deportation in Jena

Self conception:
In the rich countries of the world there is a culture of deportation and this racist structure destroys people psychological and physiological. Thats why it is important not only to help in single cases but to destroy this wohle structure.

Therefore we try to find options for acting and mobilising others to join the self organised struggle. The bigger / stronger the self organisation is the stronger is the solidarity against isolation and deportation.

There are already strong networks of selforganisation which can be used for that like The Voice Refugee Forum in Jena or Roma Thüringen in Erfurt. But all affected people need to organise to empower themselves and fight for their rights together.

Although it is a long fight and in the moment we reach only small steps of improvement, there is more to win then to loose. Deportation is part of the political system and thats why there has to be a political resistance against it.

Contact e-mail:
roma-thueringen@posteo.de
thevoicerefugeeforum@riseup.net

More informations:
http://breakdeportation.blogsport.de
http://thevoiceforum.org/node/4187
http://breakdeportation.blogsport.de/images/Statement_English.pdf

Einladung: Break Deportation Treffen 25.6.2016 15.00 Uhr Erfurt

Sharing Is Caring, In Solidarity We Remain Connected

Einladung zum Break Deportation Netzwerk Treffen am 25.6.2016 um 15.00 Uhr; Gotthardtstraße 21, 4. Etage, 99084 Erfurt
Beteilige dich an der Kampagne für die Selbstorganisation Geflüchteter in Thüringen

Was ist das?:
- ein offenes Treffen, welches ein Mal im Monat in verschiedenen Thüringer Städten stattfindet
- insbesondere sollen Geflüchtete zusammen kommen, um über ihre Probleme zu sprechen und diese auch zu veröffentlichen (z.B. in einer Kampagne)

Themen:
- Situation geflüchteter Menschen in verschiedenen Städten und Lagern
- die generelle politische Situation
- Selbstorganisation von Geflüchteten
- konkrete solidarische Kampagnen gegen das gesamte System der Abschiebungen, wie z.B. die Vorstellung der Kampagne balkanischer Geflüchteter aus Jena, die gegen ihre Abschiebung kämpfen

Selbstverständnis:
In den reichen Ländern der Erde gibt es eine Kultur der Abschiebung und diese rassistische Struktur zerstört Menschen seelisch und körperlich. Deshalb ist es notwendig nicht nur in einzelnen Fällen von Abschiebung zu helfen, sondern diese gesamte Struktur zu zerstören.

Um das zu erreichen suchen wir nach Handlungsmöglichkeiten und mobilisieren Andere, sich dem selbstorganisierten Kampf anzuschließen. Denn je größer / stärker die Selbstorganisation ist, desto stärker ist die Solidarität gegen Isolation und Abschiebungen.

Es gibt in Thüringen schon starke selbstorganisierte Netzwerke Geflüchteter, wie The Voice Refugee Forum in Jena und Roma Thüringen in Erfurt. Diese Netzwerke können genutzt werden. Doch alle Betroffenen müssen sich selbst organisieren um sich selbst zu ermächtigen zusammen für ihre Rechte zu kämpfen.

Obwohl das ein langer Kampf ist und wir im Moment nur kleine Verbesserungen erreichen, gibt es in diesem Kampf mehr zu gewinnen als zu verlieren. Abschiebung ist Teil des politischen Systems und muss daher mit politischen Widerstand beantwortet werden.

E-Mail Kontakt:
roma-thueringen@posteo.de
thevoicerefugeeforum@riseup.net

Für mehr Informationen:
http://breakdeportation.blogsport.de
http://thevoiceforum.org/node/4187
http://breakdeportation.blogsport.de/images/Statement_English.pdf

„Ihr versteht nicht, dass wir nicht zurück können!“ – STATEMENT EINIGER FAMILIEN AUS DEN BALKANSTAATEN

Wir dokumentieren die folgende Stellungnahme einiger Familien aus Albanien, Mazedonien und dem Kosovo, die derzeitig noch in Jena leben, für die kommenden Tage/Wochen jedoch zur „freiwilligen Ausreise“ gezwungen werden – andernfalls droht den meisten von ihnen die sofortige Abschiebung. Die (unvollständige) Liste der Unterzeichner_innen, sowie die albanische Version des Textes ist HIER nachzulesen.
Break the culture of deportation!

For the ENGLISH version of the statement, click HERE.

„IHR VERSTEHT NICHT, DASS WIR NICHT ZURÜCK KÖNNEN!“
Jena, 02.06.2016

Wir sind vor ein, zwei oder drei Jahren nach Deutschland gezogen und haben alles durchgemacht. Seit Monaten werden nun jede Woche Freundinnen, Freunde und Angehörige von uns abgeschoben. Es wird uns das Leben so schwer gemacht, dass wir uns gezwungen sehen, unsere „freiwillige“ Ausreise zu unterschreiben. Wir haben uns engagiert, um uns zu integrieren, Deutschkurse besucht und alles gemacht, was von uns erwartet wurde; alles war umsonst.

Und das verstehen wir einfach nicht!

- Wir verstehen nicht, warum wir nicht arbeiten dürfen, obwohl wir mehrmals mündlich Probezeiteinstellungen zugesichert und Arbeits- oder Praktikumsangebote bekommen haben. Wir sind gewöhnt, zu arbeiten, um unsere Familien zu ernähren. Wir wollen nicht das Geld von jemand anderem.

- Wir verstehen nicht, warum wir so oft umziehen mussten, und keine eigene Wohnung bekommen haben.

- Wir verstehen nicht, warum wir am Anfang mit vielen Festen und Besuch begrüßt wurden und uns seit September-Oktober 2015 gesagt wird, dass unsere Länder sicher sind. Seitdem besuchte uns niemand mehr oder lud uns ein.

- Wir verstehen nicht, warum wir jetzt keine Krankenscheine mehr vom Sozialamt bekommen und keine Kurse mehr besuchen dürfen.

- Wir verstehen nicht, warum für uns andere gesetzliche Regeln gelten, als für die anderen Geflüchteten.

Solange wir hier sind, haben wir Rechte. Wir sind Menschen. Wir haben den Eindruck, dass es inzwischen allen egal geworden ist, was mit uns passiert; den deutschen Behörden genauso wie der albanischen Regierung. Wir sind im Stich gelassen worden.

Und ihr versteht nicht, dass

- wir nicht zurückkommen können, weil unsere Länder keine sicheren Länder sind,

- bei uns noch die Blutrache gilt und Schulden zu Morddrohungen führen,

- unsere Kinder dort keine Chance auf Bildung, Gesundheit und Schutz haben,

- die Argumentationen eurer Politiker realitätsfern sind und wir keine Chance haben, wenn wir dorthin zurückkommen

Seit Monaten werden wir provoziert und uns wird das Leben schwergemacht, damit wir aufgeben und unterschreiben. Das zerstört ganze Familien und viele von uns werden stressbedingt krank. Der deutsche Staat achtet nicht auf die Konsequenzen seines Handelns.

Hättet ihr uns von Anfang an gesagt, dass wir hier keine Chance haben, wären wir nicht geblieben. Jetzt sind wir hier integriert und wollen auch hier in Deutschland bleiben.