Archiv für September 2018

Spenden, Schlafplätze, Köch*innen und Köche: Die „Refugee Black Box“ – Konferenz in Jena vom 04. – 07. Oktober 2018 braucht unseren Support!

Was wir derzeit sehen: In Chemnitz proben Rassist*innen den Volksaufstand und jagen Migrant*innen, die AfD visiert Regierungsbeteiligungen bei den kommenden Landtagswahlen an und die europäische Abschottungspolitik hat ungebrochen mörderische Konsequenzen auf dem Mittelmeer.

Was wir dabei oft übersehen:
Jenseits des Rampenlichts organisieren sich seit Jahren bundesweit Aktivist*innen der Flüchtlingscommunity gegen Abschiebungen, Isolation und Rechtsruck. Das gibt Hoffnung, das gibt Kraft! Und gerade jetzt braucht das unsere Solidarität!

Black Box Konferenz in Jena vom 04. – 07. Oktober
Anfang Oktober werden in Jena erneut Aktivist*innen der Flüchtlingscommunity aus ganz Deutschland zusammenkommen. Es wird Diskussionen, Präsentationen und Aktionen geben, um neue Strategien gegen den Rassismus und das Abschieberegime in Deutschland zu entwickeln und die Vernetzung der Community zu stärken.

Wie bereits im Januar 2017 wird die Konferenz unter dem Motto „Refugee Black Box“ stattfinden. Die „Black Box“ ist inzwischen zu einem bundesweiten Symbol der politischen Autonomie und der Kämpfe von Geflüchteten geworden. Mehr Infos und Bilder zur Kampagne findet ihr auf thevoiceforum.org und breakdeportation.blogsport.de.

Die Aktivist*innen sind ein weiteres Mal auf unsere lokale Unterstützung angewiesen!

Schlafplätze: Ihr habt in dem Zeitraum vom 04. – 07. Oktober (Mittwoch bis Sonntag) ein Gästezimmer, WG-Zimmer oder eine Couch bei euch zuhause frei? Dann meldet euch bei uns und beantwortet am Besten folgende Fragen: Von wann bis wann? Wie viele Personen? Werden Schlafsäcke etc benötigt? Wo ist eure Wohnung und wer ist die Kontaktperson?

Kochen: Die Koch-Crew freut sich an allen Tagen über Unterstützung. Sagt uns Bescheid, wenn ihr an einem oder mehreren Tagen mitschnippeln und köcheln wollt!

Spenden: Die Refugee-Community setzt auf ihre finanzielle Autonomie, d.h. keine Anträge, aber ein Beitrag von allen, die Teil der Bewegung sind oder mit ihr sympathisieren. Deshalb eure solidarische Spende (wirklich unbedingt gebraucht!) an:

Förderverein The VOICE e.V.
Sparkasse Göttingen
Kontonummer: 127829
BLZ: 260 500 01
IBAN: DE97 2605 0001 0000 1278 29
BIC: NOLADE21GOE

Flüchtlingslager: Bericht eines anonymen Zeugen über die Todesnacht von Faraidun Salam Aziz in Apolda

Apolda Refugee Camp || Flüchtlingslager in Apolda || English is below

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Faraidun Salam Aziz gestorben 1. Mai 2018

Wir veröffentlichen hier den Bericht eines anonymen Zeugen zum Todesfall von Faraidun Salam Aziz in der Gemeinschaftsunterkunft Lessingstraße in Apolda am 1. Mai 2018
Flüchtlingslager: Bericht eines anonymen Zeugen über die Todesnacht von Faraidun Salam Aziz in Apolda

Der Zeuge war am 1. Mai 2018 in Apolda im Lager in der Lessingstraße und wach. Er hat mitbekommen, dass Faraidun Salam Aziz ca. zwischen 2 und 4 Uhr eine Diskussion mit Securities hatte.
Faraidun sprach mit jemand am Telefon. Die Security diskutierte mit ihm, dass er zu laut sei und er sagte, dass ist normal so und er spricht immer so. Er wollte nicht leiser reden.Zwei Securities nahmen ihn daraufhin fest, brachten ihn auf sein Zimmer und schlossen das Zimmer von außen ab – und Faraidun somit darin ein.
Faraidun hat die Beamten ca. 10 mal aufgefordert die Tür zu öffnen. Diese reagierten aber nicht und schlossen die Tür nicht auf.Später hat Faraidun dann das Fenster in seinem Zimmer im 4. Stock geöffnet und sich heraus gelehnt. Kurz darauf ist er aus dem Fenster gestürzt.
Faraiduns Kopf war durch den Aufprall am Boden zertrümmert. Erst nachdem Faraidun aus dem 4. Stock gefallen war, haben die Securities die Polizei und den Rettungswagen gerufen.
Einen Tag nach dem Vorfall kamen 4 Securties zu dem Zeugen ins Zimmer, versuchten in zu beeinflussen und schüchterten ihn ein, damit er nichts bei der Polizei aussagen soll. Er hat mitbekommen, dass die Security das auch bei Anderen gemacht hat, die den Vorfall gesehen haben.
Die Polizei kam bis heute nicht ins Lager um ZeugInnenaussagen aufzunehmen.

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Refugee Camp: Report of an anonymous whitness of the night of the death of Faraidun Salam Aziz in Apolda

The whitness was there and awake in Apolda in the Lager in Lessingstraße at 01.05.2018. He noticed Faraidun Salam Aziz having a discussion with the securities between 2.00 and 4.00 am.
Faraidun was talking with somebody on the phone. The security was discussing about that he was talking to loud but he said that this is normal and he always speaks like this. He did not want to speak less loudly. After that two securities took him and usher him in his room and locked the door so that Faraidun was locked up inside.
Faraidun asked them around 10 times to open the door. They did not react and did not open the door. Later Faraidun opened the window in his room on the fourth floor and leaned out. Shortly after that he fall down out of the window. His head was smashed through the impact with the ground.
Only after his fall out of the fourth floor the security called the police and the ambulance.
One day after that occurrence four securities came into the room of the whitness and tried to influence and intimidate him so that he will not tell the police any of what he has seen. The whitness recogniced that the security also visited other people who saw what happened.
Until today no police came to the Lager to ask for whitnesses of the occurrence in that night.

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