Positionierung und Aufruf der FIT*Bar-Orga-Crew

In letzter Zeit gab es diverse Geschehnisse, Strukturen oder Muster, die in Erfurt in einem rassistischen Kontext passiert sind. Als FIT*-Bar-Orga-Crew möchten wir zu den Vorkommnissen der letzten Monate und Wochen Stellung beziehen.

Seit wir als FIT*-Bar bestehen, sind wir immer wieder Situationen, Diskussionen oder Vorfällen begegnet, die uns jetzt dazu bringen, uns generell zu positionieren. Wir beobachten, dass der Perspektiv e.V. weiterhin als Projekt- und Bündnispartner linker Organisationen und Gruppen akzeptiert ist, obwohl dessen Relativierung rechter und rassistischer Gewalt in einer Schule am Herrenberg in Erfurt-Süd bereits hinreichend problematisiert wurde (siehe: http://breakisolation.blogsport.de/herrenberg/). Es müsste in emanzipatorischen Kreisen lange bekannt sein, dass der Perspektiv e.V. einem Sozialarbeiter kündigte, weil er sich gegen das Verschweigen der rechten und rassistischen Gewalt einsetzte, die an der Schule am Herrenberg vorherrscht(e). So duldete der Perspektiv e.V. als Träger der dortigen Schulsozialarbeit die rassistischen Vorfälle nicht nur, sondern nahm weitere Verletzungen und Angriffe in Kauf.

Wir möchten aber auch eine generelle Kritik anbringen, was das Ignorieren von rassistischen Debatten und Politiken angeht. Immer wieder wird mit Parteien und parteinahen Organisationen kooperiert, ohne dass deren politische (Regierungs-)Verantwortung an den nach wie vor gewalttätigen Abschiebungen aus Thüringen thematisiert wird.

Zudem fiel uns in manchen Diskussionen antimuslimischer Rassismus auf: Sei es, dass Menschen aufgrund ihres Aussehens als Muslim*innen gelabelt werden oder ihnen aufgrund ihrer vermeintlichen oder tatsächlichen Glaubenszugehörigkeit verallgemeinernd Eigenschaften zugeschrieben wurden. Insbesondere die Unterstellung, Muslim*innen könnten per se keine Feminist*innen sein, prangern wir an.

Wir wollen intersektional denken und handeln, wir wollen alle mit einschließen, die kein Bock auf Patriarchat und rassistische, transfeindliche, antisemitische etc. Unterdrückung haben! Das heißt auch, dass wir genau hingucken müssen, mit wem wir zusammen arbeiten, wie Menschen und Gruppen/Vereine in anderen gesellschaftspolitisch wichtigen Themen agieren und reagieren – und auch wo wir konsequent sein wollen und auch mal Menschen nicht einladen oder Veranstaltungen absagen wollen.

Wir wollen einen Aufruf starten, intersektionaler in unseren Feminismen zu denken und solidarisch mit denen zu sein, die ausgegrenzt, verletzt oder abgewertet werden. Wir wünschen uns von euch und von uns eine Auseinandersetzung, egal welcher Gruppe ihr angehört oder wo ihr euch verortet. Und wir bitten euch um Solidarität, wenn es darum geht, rassistische Vorfälle zu benennen und sich entschieden gegen sie zu wenden!

Unser Aufruf als PDF: Aufruf der FIT*Bar-Orga-Crew

Zuerst hier erschienen:
http://fitbar.blogsport.de/2019/03/11/positionierung-und-aufruf-der-fitbar-orga-crew/

Hintergründe:
http://breakisolation.blogsport.de/herrenberg/


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