MEMEDOVICH:

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Memedovich bleiben - Alle bleiben!
Familie Memedovich (Nicht auf dem Bild: Dilek und Ali Memedovich)
Foto: © Memedovich


Wir – die Familie Memedovich – gehören zusammen – und nach Erfurt!

Der folgende Text ist ein Statement der Familie Memedovich aus Erfurt, die seit zwei Jahren in Erfurt lebt und seither für ein Bleiberecht ihrer gesamten Familie kämpft. Gleichzeitig sind sie aber auch ein aktiver Teil der Gruppe Roma Thüringen, die für ein Bleiberecht aller Roma und anderer Geflüchteter eintritt.

Djengjis Memedovich, seine Frau Söhret und zwei ihrer drei Kinder sind 2012 aus Mazedonien nach Deutschland geflohen. Sie sind gemeinsam mit den Eltern von Djengjis und seiner verwaisten Nichte nach Deutschland gekommen, um ein besseres, gerechteres Leben zu führen, weil sie als Roma in Mazedonien stark diskriminiert werden. Alle zusammen bilden ein stabiles Familiensystem, welches schon immer zusammen gelebt hat. Dazu gehört Djengjis‘ Mutter Suzana Memedovich, sein Vater Ali Memedovich, sowie die 12-jährige Tochter seiner Schwester. Ali Memedovich ist der Vormund seiner Enkelin, da deren Mutter im Jahr 2006 während eines Krankenhausaufenthalts in Mazedonien verstorben ist. Der Vater hat die Familie schon vor langer Zeit verlassen. Im Dezember 2013 kam der jüngste Sohn von Djengjis und Söhret in Erfurt zur Welt.

Trotz schwerwiegender Fluchtgründe wurden die Asylanträge aller Familienmitglieder als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt. Zumindest ein humanitäres Aufenhaltsrecht für alle Familienmitglieder zu erkämpfen, ist das Ziel der Familie, da sie nach dem Asylverfahrensgesetz als zwei getrennte Familien behandelt werden.

„Wir sind hier, weil wir weltweit ausgegrenzt werden und wir sind auf unseren Familienzusammenhalt angewiesen. (…) Mein Mann und ich sind schwer krank. Meine 12 Jahre alte Enkelin lebt bei uns, da sie keine Eltern mehr hat. Mein Sohn Djengjis und seine Frau Söhret leben auch bei uns im Haus, wir brauchen sie im Alltag, wir gehören als Familie zusammen. Dass uns, unserer Enkeltocher und meinem Sohn, seiner Frau und den Kindern mit der Polizei gedroht wird, muss aufhören!“ (Suzana M.)

Suzana M. ist seit einer Krebserkrankung, die im Jahr 2010 nach einer erheblichen Barzahlung in Mazedonien behandelt wurde, gesundheitlich schwer eingeschränkt, da der Heilungsprozess mit Komplikationen verlief. Gründe sind die schlechten hygienischen Bedingungen bei der stationären Nachsorge der Operation in Mazedonien. Wegen der langwierigen, komplizierten Heilung entstand ein Durchbruch des Dickdarms aus der Bauchdecke, welche die Ärzt_innen in Mazedonien nicht behandeln wollten.
Suzana M. ist derzeit nach Einschätzung mehrerer Ärzt_innen nach wie vor erheblich geschwächt und in „reduziertem Gesundheitszustand“. Der schmerzhafte Durchbruch wurde nach einem mehr als ein Jahr dauernden Kampf zwischen Ärzt_innen, Unterstützer_innen und Anwältin auf der einen und Behörden auf der anderen Seite im April 2014 operiert. In der langen Wartezeit hat sich der Gesundheitszustand weiter verschlechtert. Suzana M. klagt über anhaltende starke Schmerzen infolge von Durchblutungsstörungen in den Beinen, die mehrere Operationen notwendig gemacht haben. Djengjis und Söhret M. pflegen die Mutter nach wie vor, die derzeit nur wenige Meter laufen kann und versorgen die Nichte mit. Suzana M. war trotzdem über die ganze Zeit als Dolmetscherin für die gesamte Familie und weitere Asylsuchende in Erfurt bei Ärzt_innen und Behörden ehrenamtlich tätig, da sie durch einen früheren längeren Aufenthalt in Deutschland fließend deutsch spricht.

„Die Ausländerbehörde, die Polizei, die Politik, die Gerichte und insbesondere das Bundesamt sollten sich schämen. Sie setzen sich in der Öffentlichkeit eine Maske auf, sie lügen und erklären Deutschland zu einem Land, welches andere Menschen willkommen heißt. Aber in Wirklichkeit helfen sie alle zusammen dabei, uns Roma zu vertreiben. Ich habe viele Interviews gegeben in Deutschland, auch bei der Asylbehörde, aber sie wurden ignoriert. Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft und uns muss eine Perspektive gegeben werden.“ (Suzana M.)

Der Vater von Djengjis M., Ali M., erlitt im Juni 2013 einen Herzinfarkt in der Nacht, nachdem sein Sohn am Vortag einen Termin bei der Ausländerbehörde hatte, bei dem seine Abschiebung thematisiert wurde. Er ist seitdem eingeschränkt leistungsfähig, ermüdet schnell und befindet sich in ständiger ärztlicher Beobachtung, um die Blutwerte zu kontrollieren, weil jederzeit die künstliche Herzklappe versagen kann, wenn er sich nicht schont. Ali M. ist sehr schwach und kann sich alleine nicht hinreichend um seine Frau kümmern. Im Januar 2014 wurde er erneut wegen Infarktverdacht stationär eingewiesenen. Seit Oktober 2014 nimmt er trotzdem täglich an einem EU – geförderten Deutschkurs in einer privaten Sprachschule teil.

„Wenn die Polizei bei uns in der Familie auftaucht um uns abzuschieben, besteht Lebensgefahr! Auch ich selbst musste hier schon unter anderem wegen einer kritischen Durchblutungsstörung des rechten Beines medizinisch versorgt werden und wäre fast gestorben.“ (Suzana M.)

Die Nichte von Djengjis M. besucht seit zwei Jahren die Regelschule. Ihr bislang erfolgreicher Schulbesuch und ihre altersgemäße Entwicklung würde durch eine Abschiebung massiv gestört werden, denn zum ersten Mal in ihrem Leben geht sie gern zur Schule, da sie nicht mit ständiger Diskriminierung konfrontiert ist. Es ist bei einer Abschiebung von einer Gefährdung des Kindeswohls der Nichte auszugehen.

„In Mazedonien habe ich viele Sachen erlebt, die ich eigentlich nie erleben sollte. In der Schule war ich immer alleine. Keiner und keine wollte sich mit mir befreunden. In der Schule habe ich ganz hinten gesessen und wenn ich zu spät gekommen bin, dann musste ich immer draußen bleiben und habe einen Schulverweis bekommen. Wenn ich auf der Straße gelaufen bin, dann schimpften die mazedonischen Leute immer ‚Die Scheiß-Roma!‘ und ‚Verpisst euch von hier!‘ Und Deutschland sagt auch: ‚Verpisst euch von hier!‘ Wohin sollen wir denn gehen? Unser Land will uns nicht und Deutschland auch überhaupt nicht. Abschiebestopp sofort! Es ist überhaupt nicht cool – Abschiebungen sind sehr schlimm und machen sehr viel Stress. Wir werden weiter kämpfen und das schaffen.“ (Nichte von Djengjis M.)

Söhret und Djengjis M. haben für ihre beiden älteren Kinder nach fast zwei Jahren in Deutschland Kindergartenplätze erkämpft. Seitdem hat Söhret nun endlich Zeit, neben der Versorgnung des jüngsten Kindes einen Deutschkurs in einem Frauenzentrum zu besuchen. Ihr Ziel ist es später in Erfurt eine Arbeit zu finden.

„Zum Beispiel kann ich es mir in Mazedonien nicht leisten, dass meine Kinder in den Kindergarten gehen, da ich für jedes Kind pro Monat 50 € bezahlen müsste. In Deutschland gehen meine beiden älteren Kinder jetzt in den Kindergarten. Seitdem besuche ich einen Deutschkurs, um die deutsche Sprache zu lernen. (…)
In Mazedonien habe ich für alle Leute in einem 5 stöckigen Haus geputzt, aber nur die Hälfte hat mir dafür auch etwas gezahlt. So habe ich im Monat nur 50 € verdient. Ich musste diese Reinigungsarbeit machen, weil ich als Romnja keine andere Arbeit finden konnte, obwohl ich einen Schulabschluss habe, der dem deutschen Realschulabschluss entspricht. Nach Deutschland bin ich gekommen um ein besseres Leben zu finden. Ich will hier Arbeiten und für meine Kinder ein besseres Leben haben. (…)
In Deutschland habe ich aber auch viel Stress und Angst. Jedes Mal, wenn es an der Tür klingelt, habe ich Angst, dass die Polizei kommt, um uns abzuschieben. Das macht mir sehr viel Stress aber auch meinen Kindern, weil sie merken, wie viel Angst ich habe.“
(Söhret M.)

Djengjis M. hat in den zwei Jahren, die er jetzt in Deutschland lebt, gelernt, Missstände nicht nur zu erkennen, sondern auch für seine Rechte zu kämpfen. Beim Leiter des Jugendamtes in Erfurt hat er daher vorgesprochen und Kindergartenplätze für seine Kinder eingefordert und schließlich auch bekommen.

„Zum Beispiel habe ich keine richtige Bildung genossen, nur weil ich Roma bin. Ich will nicht, dass meine Nichte und meine Kinder das gleiche Schicksal erleiden. Das ist der Hauptgrund, warum ich hierher gekommen bin. Und obwohl wir ohne Ende Probleme haben, würde ich gerne einen zweiten Grund für unsere Flucht erwähnen, der Gesundheit ist.
Als Roma werden wir in Mazedonien offensichtlich in Krankenhäusern diskriminiert. Meine Schwester ist im Alter von 21 Jahren plötzlich und grundlos im Krankenhaus gestorben. Wir wissen immer noch nicht warum. Deswegen ist meine Nichte bei uns.“ (Djengjis M.)

Außerdem ist er seit der ersten Roma-Vernetzungskonferenz in Erfurt am 08.06.2013 aktiver Teil der daraus entstandenen regelmäßigen Treffen in den Räumen von Radio F.R.E.I.. In diesen Treffen werden die Probleme und Interessen, insbesondere der in Thüringen untergebrachten Rom_nja aus mehreren Balkanstaaten, thematisiert. Djengjis M. spielt hierbei eine wichtige Rolle. Er ist beteiligt gewesen bei der Kontaktaufnahme zu den Mitarbeiter_innen des Radios, bei der Vorbereitung und Umsetzung der regelmäßigen Treffen, sowie bei der Einladung von Roma aus ganz Thüringen. Darüber hinaus organisiert er gemeinsam mit Anderen kulturelle und politische Veranstaltungen wie Roma Partys oder Demonstrationen gegen Abschiebung in Erfurt. Auch ein Besuch von Roma und deutschen Unterstützer_innen in der Gedenkstätte in Buchenwald wurde von ihm in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Buchenwald geplant und durchgeführt. Seit Nov. 2014 nimmt Djengjis an einem Integrationskurs teil, den er selbst zahlt, da die Ausländerbehörde die Zulassung verweigert.

„Ich will zusammen mit meiner Familie in Deutschland bleiben und nicht zurück nach Mazedonien gehen. Wenn wir Probleme haben oder keine Arbeit, dann bekommen wir hier zumindest Hilfe/Unterstützung, in Mazedonien nicht. Wenn wir jetzt abgeschoben würden, bekommen wir 2 Jahre gar keine Sozialhilfe und keine Krankenversicherung in Mazedonien. Auch wäre es viel schwerer Arbeit zu finden. Das hieße dann, dass wir den Arzt nicht bezahlen können, wenn die Kinder krank werden und die Kinder nicht behandelt würden.“ (Söhret M.)

„Ich bin Schneider und ich bin ein guter Schneider. Ich will hier arbeiten und weiter leben. Es gibt keine Arbeitsplätze für uns Roma in Mazedonien. Warum hätte ich da bleiben sollen, nur weil ich da geboren bin?“ (Djengjis M.)

Unter diesen Links kann der Text in verschiedenen Versionen herunter geladen werden:
Vielsprachig: Wir – die Familie Memedovich – gehören zusammen – und nach Erfurt!
Türkisch: Biz bütün Memedovich Ailesi olarak Erfurt`tayız!
Serbisch: Mi – porodica Memedović – treba da živemo zajedno i u Erfurtu!
Russisch: Мы, семья Мемедович, должны остаться вместе и в Эрфурте!
Englisch: We, the Memedovich familiy, belong together and to Erfurt!
Deutsch: Wir – die Familie Memedovich – gehören zusammen – und nach Erfurt!
Französisch: Que la famille Memedovich reste unie et à Erfurt!

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RADMILA:
Radmila bleibt – alle bleiben!

Übersetzungen des Flyers: Erklärung von Radmila Anić zu ihrer Bedrohung in Serbien

[ Flyer Download – serbisch: Deklaracija Radmile Anić o svojoj pretnji u Srbiji. ]
[Flyer Download – russisch: Заявление Радмилы Аник об угрозе еë жизни в Сербии.]
[Download Flyer – deutsch: Erklärung von Radmila Anić zu ihrer Bedrohung in Serbien]
[ Download Flyer – englisch: Radmila Aniæ’s declaration concerning her menace in Serbia]
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Breaking NEWS:
Deutschland soll mir schriftlich geben, dass mein Leben in Serbien nicht gefährdet ist!
Erklärung von Radmila zu ihrer Ablehnung als Härtefall durch die thüringer Härtefallkommission am 13.01.2016

Warum hat die Härtefallkommission meine Situation nicht in Betracht gezogen? Ich habe nicht erwartet, dass sie auf diese Weise entscheiden und ich werde weiter für mein Recht kämpfen. Ich habe das Recht Aufenthalt zu bekommen, weil ich alleinstehend bin; weder in Serbien, noch in Deutschland habe ich Familie. Frauen in dieser Situation muss Aufenthalt gewährt werden. Ich sehe darin die Diskriminierung alleinstehender Frauen! Sie müssen aber von Deutschland geschützt werden, sie müssen aufgenommen und Aufenthalt muss gegeben werden.
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-- Link Bilder: Celebrating “In our own words” --
-- Link: In unseren eigenen Worten. --

Radmila Anic
Radmila Anic

Berlin, 25. November 2015: IN UNSEREN EIGENEN WORTEN
Geflüchtete Frauen in Deutschland erzählen von ihren Erfahrungen

Wir – die Aktivistinnen vom International Women Space (IWS) – hatten es uns 2013 als Aufgabe gesetzt, die Lebensgeschichten von geflüchteten Frauen in Deutschland zu dokumentieren. Wir näherten uns dem Projekt mit Hilfe der lateinamerikanischen Tradition der Testimonal-Literatur an – dabei immer mit dem Blick darauf, die Stimme der Stimmlosen zu verstärken.

“Im Gegensatz zum konventionellen Schreiben über koloniale Situationen, welches in den Zentren der globalen Macht und in der Nähe des Scheitelpunkt des Klassengegensatzes stattfindet, werden die Werke der Testimonal-Literatur von den Subalternen an der Peripherie oder den Rändern der kolonialen Situation geschrieben. Das bedeutet, dass die Ränder des Imperiums nun “zurückschreiben”, um in einem überfälligen Versuch den westlichen Kanon und dessen Version von “Wahrheit” zu korrigieren. George Yuidice hat die Testimonial-Literatur als authentisches Narrativ definiert, welches von der Zeugin erzählt wird, die aus der Dringlichkeit der Situation (wie z.B. Krieg, Unterdrückung, Revolution, usw.) heraus spricht.” Voices for the Voiceless

Zwei Jahre nachdem sich viele über ihre Geschichten miteinander ausgetauscht haben und viele Frauen kollektiv an diesem Projekt gearbeitet haben, freut sich der IWS die Veröffentlichung von IN UNSEREN EIGENEN WORTEN bekannt geben zu können. Das Buch enthält Text von und über Frauen und beinhaltet zehn Testimonials von geflüchteten Frauen in Deutschland: Frauen, die migrieren hätten können, aber denen keine Visa ausgestellt wurden. Frauen, die in ihren eigenen Regionen zu Geflüchteten wurden, bevor sie versuchten über die tödlichen Routen nach Europa zu kommen. Frauen, die vor Krieg, Armut und Umweltkatastrophen fliehen, welche durch die Gier von Unternehmen erzeugt werden; Frauen, die der Verfolgung entfliehen müssen, da sie nicht dem Geschlecht entsprechen, welches ihnen bei ihrer Geburt zugeteilt wurde. Frauen, die vor ihren eigenen Familien weglaufen müssen, da sie nicht die durch das Patriarchat verursachte häusliche Gewalt akzeptieren.

IN UNSEREN EIGENEN WORTEN dokumentiert mutige Frauen, die gegen schwierige Realitäten gekämpft haben, wir sind sicher, das wird uns alle in unserem Kampf für Emanzipation inspirieren. Die Wahl des Veröffentlichungsdatum, der 25. November geschieht nicht zufällig – es ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Gewalt, insbesondere gegen Frauen und aufgrund von geschlechtsbezogener Verfolgung, sowie die Möglichkeiten, die Frauen finden, um diese Unterdrückungsmechanismen zu überleben sind die gemeinsamen Themen der Lebenserfahrungen, die in diesem Buch aufgezeigt werden. Eine der Hauptforderungen des IWS ist es, dass Frauen das Recht auf Asyl aufgrund geschlechtsspezifischer Verfolgung zugestanden wird, ohne Angst vor Deportation haben zu müssen.

The International Women Space ist eine feministische, politisch Gruppe, organisiert von Migrantinnen und geflüchteten Frauen in Deutschland. Sie wurde 2012 mit der Besetzung der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin, Kreuzberg gegründet. IWS fordert dominante Wissensstrukturen heraus und kämpft gegen diskriminierende Politiken und Praktiken, die der Emanzipation von geflüchteten Frauen, Migrantinnen und allen Frauen entgegen stehen.
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ARD Fakt ist aus Erfurt vom 7. September 2015

-->http://www.ardmediathek.de/tv/Fakt-ist/Fakt-ist-Aus-Erfurt/MDR-Fernsehen/Video?documentId=30829922&bcastId=7545460

Ab Minute 14 erzählt Radmila in der MDR Sendung „Fakt ist…!“ vom 7. September 2015 über ihre Fluchtgründe, die Situation in Serbien und ihr Asylverfahren in Thüringen.
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MDR Beitrag vom 11. Juni 2015

Radmila Anic – MDR Beitrag vom 11. Juni 2015 from Rrom_nja on Vimeo.

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Bilder der Fotokampagne Radmila bleibt – alle bleiben!

Um geflohenen Rom_nja schneller loswerden zu können, hat der deutsche
Staat einige Länder kurzerhand zu „sicheren Drittstaaten“ erklärt.
Am Beispiel von Radmila Anić, die aus Serbien geflüchtet ist, und deren
Asylantrag trotz belegbarer Gründe abgelehnt wurde, verdeutlicht die
Ausstellung in der Offenen Arbeit Erfurt die Entschlossenheit, gegen
Abschiebung zu kämpfen.

// Die Ausstellungen wurde erstellt von Unterstützer_innen von Radmila
Anić //

Kundgebung Ausländerbehörde Erfurt Radmila bleibt alle bleiben

Kundgebung Ausländerbehörde Erfurt Radmila bleibt alle bleiben

Kundgebung Ausländerbehörde Erfurt Radmila bleibt alle bleiben

Kundgebung Ausländerbehörde Erfurt Radmila bleibt alle bleiben

Kundgebung Ausländerbehörde Erfurt Radmila bleibt alle bleiben

Roller Derby Radmila bleibt alle bleiben

Radio FREI Radmila bleibt alle bleiben

Ortsjugendwerk Radmila bleibt alle bleiben

Redroxx Radmila bleibt alle bleiben

Eat Radmila bleibt alle bleiben

Offene Arbeit Radmila bleibt alle bleiben

Weltraum Radmila bleibt alle bleiben

Spuk L50 Radmila bleibt alle bleiben

Kundgebung Ausländerbehörde Erfurt Radmila bleibt alle bleiben

Kundgebung Ausländerbehörde Erfurt Radmila bleibt alle bleiben

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Roma-Aktivistin Radmilla Anic fragt: „Wer will uns zuhören?“, Thüringer Allgemeine vom 02.06.2015 (print Seite 5), Elena Rauch
Thüringer Allgemeine online [Link]

Radmila in der TA, 02.06.2015
Radmilla Anic in der Thüringer Allgemeine, 02.06.2015, Foto: Alexander Volkmann, TA

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Eisenberg:
Radmila zusammen mit der Refugee Bus Tour 2015 in Eisenberg um die Isolation der Menschen zu durchbrechen, die gezwungen werden dort zu leben. http://oplatz.net/2015/05/04/bus-tour-2015-jena-eisenberg/

Radmila Anic in Eisenberg - Refugee Bus Tour 2015
Eingangsbereich der Landesaufnahmestelle (LAST) Eisenberg, 04.05.2015, Foto: http://oplatz.net



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Erklärung von Radmila Anić zu ihrer Bedrohung in Serbien

Radmila auf der Roma Demo am 24.03.2014, in Erfurt.
Radmila auf der Roma Demo am 24.03.2014.
Foto: Infoladen Sabotnik

Im Jahr 2013 wurde ich von vier Männern aus meinem Haus vertrieben, weil sie Geld von mir gefordert haben, das ich nicht hatte. Sie haben mir Gewalt angedroht, wenn ich ihre Forderungen nicht erfülle. Einer davon war Polizeiinspektor in Novi Sad. Mehrfach sind sie zu mir gekommen, um Geld zu verlangen. Mehrfach habe ich ihnen mal 500 Euro, mal 1000 Euro gegeben. Es handelte sich dabei um Ersparnisse. Beim letzten Erpressungsversuch konnte ich die Forderung nicht mehr erfüllen, da mein Geld aufgebraucht war. Ich hatte so viel Angst vor diesen bewaffneten Männern, dass ich mein Haus verlassen musste.

Mit einer Textilfirma konnte ich Romnja (Romnja ist eine Selbstbezeichnung von Romafrauen.) helfen, die keine Arbeit fanden, in dem sie sich als genehmigte Straßenverkäuferinnen selbständig machen konnten (Bild 1). Auch in meine Firma sind diese Männer gekommen und haben mich erpresst. Die Firma musste ich somit auch auflösen und schließen, als meine Ersparnisse aufgebraucht waren. Die Nähmaschinen waren Mietgeräte, die ich zurückgegeben habe. Wie bereits in meiner Klagebegründung gegen die Ablehnung meines Asylantrages in Deutschland dargestellt, haben weder ich noch andere Romnja und Roma die Möglichkeit, Schutz durch die Polizei in Anspruch zu nehmen. Polizeibeamte und -beamtinnen nehmen Anzeigen von Romnja und Roma nicht auf. Die Klage wurde vom Gericht in Gera abgelehnt, obwohl ich alle Angaben schriftlich einreichte.

Ich habe bei der Organisation für Romnja „Majćina Kolevka“, auf deutsch: „Kinderwiege“, in Novi Sad, Serbien gearbeitet. Ich war Präsidentin dieser nichtstaatlichen Organisation (Bild 2). Wir haben alleinstehende Romnja und Mütter unterstützt beim Aufsuchen von Behörden, Stellen von Sozialhilfeanträgen, sowie die Versorgung mit Lebensmitteln organisiert (Bild 3 und 4). Deshalb war ich in einer herausgehobenen Position und somit Außenstehenden bekannt. Meine Angaben wurden in der Anhörung zum Asylantrag in Deutschland falsch niedergeschrieben. In dieser Organisation wurden keine Romnja beschäftigt, um Tischdekoration zu nähen. Romnja habe ich in meiner Firma beschäftigt, wo wir Tischdekoration hergestellt und verkauft haben.

In Serbien habe ich keine Familie mehr außer meiner Schwester. Diese wurde in die Rolle einer Zuhälterin von fünf Frauen, unter strenger Führung des Polizeiinspektors in Novi Sad, ins Prostitutionsgeschäft gezwungen. Ihr wurde Gewalt von ihm angedroht, wenn sie bei Polizeimaßnahmen etwas über ihn aussagen würde. Sie verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen Zuhälterei von fünf Jahren im Gefängnis in Požarevace, Serbien. Wenn ich nach Serbien zurückkehren muss, ist meine gesamte Existenz zerstört. Die Männer werden ihre Erpressung fortsetzen und ich fürchte dann wie meine Schwester auch ins Prostitutionsgeschäft gezwungen zu werden.

Der Polizeiinspektor kam im April 2014 mit drei weiteren Männern in die Räume der Organisation „Majćina Kolevka“, und verlangte ca. 1.250 Euro. Dieses Geld war ein Teil der Fördergelder, die unsere Organisation erhielt und in unserem Büro hinterlegt waren (Bild 5). Sie verlangten dieses Geld von mir und sagten, dass es hier „keine Arbeit [mehr] für Zigeuner“ gibt. Daraufhin zerschlugen sie Einrichtungsgegenstände und rissen alles von den Wänden. Daraufhin bin ich aus Serbien geflohen, da ich alles verloren hatte und in Serbin nicht mehr sicher war. Die Männer wollten Geld in großer Menge und beendeten ihre Forderungen und Drohungen nicht. Nur meine Flucht nach Deutschland hat die Gelderpressung gegen mich beendet.

Ich leide unter starkem Bluthochdruck und hatte vor zwei Jahren bereits einen Herzinfarkt. Deshalb bin ich auf Medikamente und medizinische Behandlung angewiesen. Zwar könnte ich in Serbien eine Krankenversicherung durch das Sozialamt beantragen, aber die Zuzahlungen für Medikamente und medizinische Behandlung kann ich mir nicht leisten. Allein für Medikamente zu meinem Herzleiden habe ich ca. 100 Euro pro Monat zu zahlen. Eine Ärtzin sagte, dass Stress um durch eine Abschiebung für mich auch lebensbedrohlich sein kann und ich unbedingt untersucht werden muss. Schon mein Vater und zwei meiner Geschwister sind teilweise sehr jung an Herzproblemen gestorben.

Wenn ich nach Serbien zurückkehren muss, befürchte ich eine Gefängnisstrafe, weil ich in Deutschland Asyl beantragt habe. Deswegen werde ich mich nicht polizeilich melden können, um somit Sozialhilfe in Höhe von 50 Euro zu beantragen. Nachdem ich mein Haus verloren habe, das Büro der Roma-Organisation zerstört wurde und ich meine Firma auflösen musste, werde ich keine Existenzgrundlage haben. Es gibt keine Familienangehörigen, die in Serbien leben, die mich unterstützen könnten, und zum Arbeit finden bin ich zu alt. Die Preise in Serbien sind für lebensnotwendige Dinge, wie Essen fast genau so teuer, wie in Deutschland. Wer das zur Kenntnis nimmt, wird verstehen, dass ich dort keine Chance habe, selbst wenn ich mich vor der Polizei verstecken könnte. Dazu kommt, dass ich um mein Leben fürchte, wenn ich nach Serbien zurückkehren würde. Auch wenn ich in eine andere Stadt ziehen würde, könnten diese Männer mich finden und mich wieder bedrohen oder mir etwas antun. Da diese Männer selbst bei der Polizei sind, kann ich keinen Schutz von der Polizei erwarten.

Alle Roma und Romnja müssen in Deutschland bleiben können, denn während des NS haben die Deutschen sehr viele Roma in KZ gefangen gehalten und umgebracht. Mein verstorbener Mann (Bild 6) wurde von Deutschen verschleppt und in KZ’s interniert. Von 1941 bis 1945 hat er vier Jahre Horror überlebt, während Angehörige von den Deutschen ermordet wurden (Bild 7 und 8 ). Als ich 7 Jahre alt war, hat meine Urgroßmutter erzählt, wie sehr viele unserer Verwandten nach Deutschland und in die KZ’s deportiert und umgebracht wurden. Der deutsche Staat muss Verantwortung übernehmen und allen Roma aus den Balkanstaaten einen Aufenthalt gewähren.

Deutschland und andere Staaten haben Serbien und auch meine Heimatstadt Novi Sad drei Monate lang bombardiert. Seitdem bin ich krank und viele Menschen sind getötet worden oder leiden an Folgekrankheiten des Krieges. Auch ist für die Roma in den Balkanstaaten die Situation nach dem Krieg in Jugoslawien viel schlechter geworden. Vorher waren Roma mit anderen Menschen gleichgestellt und es gab wenig Diskriminierung gegenüber Roma. Nach dem Krieg hat sich die Situation für Roma dramatisch verschlechtert und wir sind in allen Lebensbereichen diskriminiert (Bild 9).

Radmilla Anić
Unterstützt von Freund_innen

Für Interviews stehe ich gerne zu Verfügung!

Kontakt:
Pressekoordination: 017639647472
Email: radmila-bleibt@posteo.de
Internet: http://breakdeportation.blogsport.de/Radmila

Bild 1: Auf dem Bild ist zu sehen wie Radmila durch Polizei bedroht wird. Sie wird gegen ihre offizielle Genehmigung mit Stra&˜�enverkäufer_innen am Arbeiten gehindert. Das stellt eine besondere Diskriminierung gegen Roma dar. Der Artikel beschäftigt sich mit der Komunalpolizei.

Bild 1: Auf dem Bild ist zu sehen wie Radmila durch Polizei bedroht wird. Sie wird gegen ihre offizielle Genehmigung mit Straßenverkäufer_innen am Arbeiten gehindert. Das stellt eine besondere Diskriminierung gegen Roma dar. Der Artikel beschäftigt sich mit der Kommunalpolizei.

Ausweis von Radmila Anic als Vorsitzende der Roma-Frauen-Oranisation

Bild 2: Ausweis von Radmila Anić als Vorsitzende der Romnja-Oranisation „Kinderwiege“.

Bilder der Treffen der Organisation \"Kinderwiege\", bevor sie zerstört wurde.

Bilder der Treffen der Organisation \"Kinderwiege\", bevor sie zerstört wurde.

Bild 3 und 4: Bilder der Treffen der Organisation „Kinderwiege“, bevor sie zerstört wurde.

Liste über Aufreihung von Fördergeldern, darunter Radmilas Roma-Frauen-Organisation \"Kinderwiege\", siehe Punkt 20; 140.000 Dinar � ca. 1250 Euro. Resulate des Wettbewerbs für Verteilung von Mitteln der Stadt Novi Sad zur Realisierung des Programms, mit dem spezielle Formen von sozialer Unterstützung, die für das Interesse der Stadt Novi Sad im Jahr 2013 gilt, gewährleistet wird.

Bild 5: Liste über Aufreihung von Fördergeldern, darunter Radmilas Romnja „Kinderwiege“, siehe Punkt 20; 140.000 Dinar – ca. 1250 Euro. Resulate des Wettbewerbs für Verteilung von Mitteln der Stadt Novi Sad zur Realisierung des Programms, mit dem spezielle Formen von sozialer Unterstützung, die für das Interesse der Stadt Novi Sad im Jahr 2013 gilt, gewährleistet wird.

Radmila Anic und ihr Ehemann Zdravko, geb. im Jahr 1911, auf dem Foto aus 2003.

Bild 6: Radmila Anić und ihr Ehemann Zdravko, geb. im Jahr 1911, auf dem Foto aus 2003.

Angaben zur Internierung von Radmilas Mann der Rotes Kreuz Serbien-Montenegro Gesselschaft serbisch und beglaubigte &˜�bersetzung.

Angaben zur Internierung von Radmilas Mann der Rotes Kreuz Serbien-Montenegro Gesellschaft serbisch und beglaubigte �bersetzung.

Bild 7 und 8: Angaben zur Internierung von Radmilas Mann der Rotes Kreuz Serbien-Montenegro Gesellschaft serbisch und beglaubigte Übersetzung.

Beispiel der Familie Micics, die aufgrund von Rassismus gegen Roma in Serbien vertrieben wurde. Auf ihr Haus wurden Steine geworfen und sie mussten fliehen. Das Potential von Personen, die Roma angreifen, ist hoch. Da, wo der Staat vorgibt, dass Roma zur Bevölkerung gehören bzw. gehören sollen, greifen einerseits der bürgerliche Mob Roma an, aber andereseits setzt der Staat diese Vorgaben auch nicht um. In den letzen Jahren wurden unter anderem in Belgrad, Ungarn und in verschiedenen Orten in Serbien Roma angegriffen.

Bild 9: Beispiel der Familie Micics, die aufgrund von Rassismus gegen Roma in Serbien vertrieben wurde. Auf ihr Haus wurden Steine geworfen und sie mussten fliehen. Das Potential von Personen, die Roma angreifen, ist hoch. Da, wo der Staat vorgibt, dass Roma zur Bevölkerung gehören bzw. gehören sollen, greifen einerseits der bürgerliche Mob Roma an, aber andereseits setzt der Staat diese Vorgaben auch nicht um. In den letzen Jahren wurden unter anderem in Belgrad, Ungarn und in verschiedenen Orten in Serbien Roma angegriffen.

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8. April

FLYER DOWNLOAD
Soliaktionen bisher

08.04.2015: Durch Solibars, Solikonzerte, Soliküfas (Küche für Alle), Versteigerungen, sowie diversen Einzelspenden sind ein Jahr nach der Deportation von Elvira, Elmedina und Riana mehr als 2000 Euro gesammelt worden! Der Kampf für die Rückkehr von unseren Freundinnen muss aber weiter gehen, denn es lässt sich noch nicht genau bemessen, wie hoch weitere Folgekosten der Abschiebung, wie Anwaltskosten, Gerichtskosten, Reisekosten der Rückkehr und vielem mehr sein werden. Also spendet weiter und veranstaltet weiter Soliaktionen. Über die Verwendung des Geldes werden wir regelmäßig und transparent Auskunft geben!

Zu der aktuellen Lage von Elvira, Elmedina und Riana: Für ein Comeback¹

Zur konkreten Situation von Elvira, Elmedina und Riana

Elvira und ihre Töchter Elmedina und Riana sind Aktivistinnen der Gruppe Roma Thüringen. Sie wurden am 8. April 2014 aus Erfurt abgeschoben, weil sie Rromn_ja² sind. Die Polizei verschaffte sich in Zivilkleidung ohne Ankündigung Zutritt zur Wohnung. Die Kinder wurden direkt aus der Schule „abgeführt“. Innerhalb einer Stunde wurden sie aus ihrem, aber auch unserem Umfeld gerissen. Noch am selben Tag wurden sie per Linienflug nach Skopje in Mazedonien verschleppt. Dort wurden sie festgesetzt, da ihre Pässe von der mazedonischen Polizei eingezogen wurden und bisher nicht wieder ausgehändigt. Aufgrund der Abschiebung wurde ihnen das Sozialgeld, das mit 30€ pro Person im Monat berechnet ist, und die Krankenversicherung gestrichen. Aufgrund der rassistischen Ausgrenzung von Romn_ja findet Elvira keine Arbeit. Die Drei leben nun bei Elviras Mutter und der Familie ihres Bruders zu acht in einer Drei-Raumwohnung.
Wir haben in Deutschland zusammen gekämpft, akzeptieren Abschiebungen nicht als endgültig, stehen in Kontakt und setzen uns weiterhin dafür ein, dass alle Drei ein selbstbestimmtes Leben führen dürfen. Wir setzen uns für ein Bleiberecht für ALLE ein. Die Erfurter Ausländerbehörde bestimmt über die Einreisesperre für die Familie, die erst aufgehoben wird, wenn die Kosten der Abschiebung gezahlt wurden. Das Geld für die eigene Abschiebung aufzubringen, ist jedoch das Allerletzte, was wir Elvira, Elmedina und Riana zumuten wollen. Auch die Anwaltskosten müssen beglichen werden. Wendet euch an uns, wenn ihr Solidaritätsaktionen, wie Soli-Bars, -Konzerte oder -Partys organisieren wollt. Wenn staatlicher Rassismus zuschlägt, müssen wir versuchen, dem unsere antirassistische Solidarität entgegenzusetzen. Zeigt, dass Elvira, Riana und Elmedina nicht allein sind!

Hintergrund Situation von Rromn_ja in der BRD
Die BRD verkennt die historische Verantwortung gegenüber Rromn_ja. Schätzungsweise 500.000 wurden durch den Porrajamos³ von Deutschen ermordet. „Entschädigungen“ wurden bis jetzt nicht gezahlt. Rromn_ja werden fast überall auf der Welt rassistisch diskriminiert; als Fluchtgrund wird dies aber nicht anerkannt. Weshalb nach der NS-Zeit nicht jeder/m Rromn_ja zumindest automatisch Bleiberecht gewährt wurde, kann nur mit anhaltendem Rassismus begründet werden. Die deutsche
Regierung und alle beteiligten Behörden verkennen absichtlich die tatsächliche Lage von Rromn_ja in den Balkanstaaten. Asylanträge werden pauschal als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt. Der nächste deutsche Vorstoß wird die Deklarierung der meisten Herkunftsländer als sog. sichere Drittstaaten sein. In der Öffentlichkeit hetzen Regierungen mit antiziganistischen Stereotypen: Rromn_ja wird unterstellt, dass sie „lügen“ und Sozialsysteme „ausnutzen“. Der einzelne Mensch verschwindet hinter Zuschreibungen; Verhalten wird in den Körper und in die Haut eingeschrieben. In Wort und Tat liegen und lagen deutsche Regierungen damit nicht weit entfernt von NPD-Forderungen. Diese Forderungen werden tausendfach auch durch Abschiebungen und Zwangsausreisen, zynisch „Freiwillige Ausreise“ genannt, umgesetzt. Deutschland wird von den Betroffenen nicht freiwillig verlassen, sondern nur aufgrund der Gewalt, die durch eine Abschiebung angedroht oder vollzogen wird.

No border, no nation! Stop deportation! Bleiberecht für ALLE!

Kontakt:
8april[ät]riseup[ponkt]net
017639647472
facebook.com/ElviraElmedinaRiana
http://breakdeportation.blogsport.de/8april

Jetzt finanziell unterstützen!
über dieses Konto:
Rote Hilfe Erfurt, Verwendungszweck „8.April“
IBAN: DE80 4306 0967 4007 2383 52
BIC: GENODEM1GLS

[1] Die Verbreitung dieses Texts ist erwünscht. Hier ist eine druckbare Version zu finden!

[2] Wir stehen für eine gendergerechte Schreibweise, die alle Konstruktionen des Geschlechts anerkennt! Dies drückt der Unterstrich aus. Alle zusammen sind Rromn_ja! Weitere Infos hier [Link].

[3] Porrajmos ist ein Romanes Wort, das wörtlich überbesetzt „das Verschlingen“ heißt und die Vernichtung von hunderttausenden Rromn_ja in der NS Zeit thematisiert. Shoah als Begriff ist äquivalent für die Vernichtung jüdischer Menschen.

[4] Der Begriff Antiziganismus beschreibt eine besondere Form des Rassismus gegen Rromn_ja und Sinti, wie Antisemitismus eine besondere Form des Rassismus gegen Jüd_innen beschreibt.

Soliaktionen Galerie

06.03.2015: Solikonzert mit Vorträgen für Elvira, Riana und Elmedina im Atari Leipzig.
Es sind insgesamt 500 Euro durch Spenden für das Comeback eingenommen worden! YEAH!

Soliparty im Atari Leipzig

18.​05.​2014:​ El­vi­ra, El­me­di­na und Riana sind immer noch nicht ver­ges­sen. Eine Soliaktion:
Soliaktion

12.07.2014: Beim Wagenplatzfestival sind für Elvira, Elmedina und Riana 320 Euro durch Spenden, eine Versteigerung und eine Tattoo-Tombola zusammen gekommen!

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06.09.2014: Solikonzert für Elvira, Elmedina und Riana: Es spielten: STATIC MEANS (http://staticmeans.bandcamp.com), ZUSTÄNDE (http://zustaende.bandcamp.com), THE VOID (http://dasvoid.bandcamp.com).